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Das Phorum bildet sich - Hintergründe zu Leroux
24.10.2014, 00:24
Beitrag: #1
Information Das Phorum bildet sich - Hintergründe zu Leroux
Mir ist langweilig, ich leide an Insomnia und von daher, ein neuer Thread. Ausserdem könnte ruhig mal wieder etwas Schwung in die Bude kommen, nicht wahr?

Sinn, Zweck, Ziel dieses Threads ist das sammeln von diversen Hintergründen zu Gaston Lerouxs Phantom. Wie kam der lustige dicke Mann auf die Idee zum Buch; warum heisst die Christine nun mal Christine und ist Schwedin; hatte Raoul einen Hamster und was macht man bei Schnupfen, wenn man keine Nase hat? Sollten euch also witzige, obskure, eigenartige, wahre, vielleicht wahre oder spitzfindige Hintergründe zu Lerouxs Roman begegnen: her damit!

Und damit mache ich gleich einmal den Anfang.

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Andrew Lloyd Webber hat das klauen von Melodien oder Ideen nicht erfunden. Ja, hätte man nicht gedacht, aber so ist es nun einmal. Big Grin Gaston Leroux (das ist so nen Typ, der hat mal irgendwann so ein Buch geschrieben, habt ihr vielleicht mal von gehört...) hat das plagiieren auch nicht grad neu entdeckt, war aber durchaus in der Lage, das für sich zu nutzen. Steal from the best, so sagt man schliesslich. Leroux hat's wahrscheinlich eher auf französisch gesagt. Oder in seinen Wein genuschelt, während er sein Erbe durchbrachte, man weiss es nicht.

Aber man weiss, dass Leroux in Phantom gern einmal Fakt und Fiktion vermischt hat. Das ist ne ziemlich coole Sache, gibt Büchern nen realistischen Touch und man spart sich etwas Zeit beim schreiben, die man dann widerum für Trinkgelage oder das gemütliche schmoken einer Zigarre verwenden kann. Eine Schreibweise die ich durchaus unterstützenswert finde. Du rockst, Gaston!

Kristina Nilsson. Schwedische Sopranistin. Werfe ich jetzt einfach mal in den Raum bzw ins Phorum. Manchen sagt das vielleicht was, anderen nicht. Es wurde schon seit, wahrscheinlich etwa einem Jahrhundert, spekuliert, auf wem wohl unsere zauberhafte Damsel in Distress Christine Daaé basieren mag und wieder und wieder und danach noch so ein bisschen taucht der Name Kristina Nilsson auf. Und da das Internet zum einen alles weiss und zum anderen niemals vergisst und zum dritten auch noch super praktisch ist, haben sich fleissige Phans aufgemacht und researchen sich die Seele aus dem Leib. Ich nicht, ich bin zu dumm für sowas. Aber ich bin gut darin, von den Ergebnissen anderer zu zehren und deswegen verlinke ich euch diesen (englischsprachigen) Eintrag zu
Christine Nilsson.

Eine kurze Zusammenfassung gefällig? Quelle.

Im Jahr 1875, zum Anlass der Eröffnung der Opéra erschien ein Buch mit dem nur leicht sperrigen Titel Le Nouvel Opéra: Monument - Artistes, geschrieben von Herrn XYZ. In eben diesem Buch befindet sich auch eine kurze Biografie von Kristina Nilsson. Um genauer zu sein: darin befindet sich DIE Biografie der Nilsson, die Leroux als Backstory für Christine Daaé benutzt hat. Showing here:
http://fdelopera.tumblr.com schrieb:I [fdelopera.tumblr.com] discovered one of these sources last evening while I was researching a passage in the Gaulois publication of Phantom. The book is Le Nouvel Opéra: Monument - Artistes, by X.Y.Z. (i.e. “Anonymous”), published in Paris by Michel Lévy Frères in 1875. It was written to commemorate the inauguration of the new Opera House designed by Charles Garnier.

Das wäre ja nun schon amüsant genug, aber ebenfalls im Buch von XYZ befindet sich ebenjene Kritik, die (die fiktive!) Christine Daaé für ihre Auftritte als Königin der Nacht und Ophelia erhalten hat (siehe auch "Die verwunschene Violine" bei Leroux). Eine Kritik die im echten Leben Kristina Nilsson galt. Showing here:
http://fdelopera.tumblr.com schrieb:This book is also the source of the review of Christine Daaé’s performance as Ophelia and The Queen of the Night at the Duchess of Zurich’s estate that appears at the beginning of the “Enchanted Violin” chapter. And the “great critic X.Y.Z.” that Leroux mentions as having written this review of Christine Daaé was none other than the man who wrote this book.

Unsere Christine Daaé erhielt noch eine weitere, sehr angenehme, Kritik bei Leroux für ihre Galavorstellung in Faust. Leroux gibt den Namen des Kritikers mit P. de St-V. an. Das entspricht zwar nicht hundertprozentig dem korrekten Umgang mit Zitaten, ist aber immerhin ein Anfang, denn Kristina Nilsson erhielt eine ebensolche Kritik von M. Paul de Saint-Victor für ihre Rolle der - oh, bitte ratet - Marguerite. Showing here:
http://fdelopera.tumblr.com schrieb:Further, this book lists the full name of the critic who gave Christine Daaé such a favorable review after her gala performance as Marguerite. The critic, whom Leroux calls P. de St-V., was M. Paul de Saint-Victor, a noted author and critic of the day, who wrote a review of Christine Nilsson’s performance as Marguerite.

Fazit: Leroux, du alter Schlingel! Irgendwann kipp ich mal ne Flascche Rotwein über deinem Grab aus, das freut dich bestimmt. Was willste auch mit Blumen. Ausserdem: Christine Daaé - Kristina Nilsson...? Gibt es da überhaupt noch einen Unterschied?


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28.11.2014, 18:29 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.11.2014 18:30 von Rusalka.)
Beitrag: #2
RE: Das Phorum bildet sich - Hintergründe zu Leroux
Tja, keine Ahnung was da nun Dichtung und was Wahrheit ist. Hier ist die Gute. Von mir besucht im Jahre des Herrn 2012 in Stockholm. Auf jeden Fall ein tolles Opernhaus, baulich und auch die Produktionen.        
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